Seiten

Dienstag, 12. November 2013

Blog-Eintrag_30: Sister Act

Hallihallo,
letztes Wochenende war ich mit Vroni, der Österreicherin aus der Trainingschool im Musical Sister Act. Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Film von 1992 mit Whoopi Goldberg in der Hauptrolle. Zur Handlung: Doloris von Cartier, eine nicht ganz so erfolgreiche Showsängerin wird zu einer Mordzeugin von ihrem Freund und muss nun fliehen. Die Polizei bringt sie dann aus Zeugenschutz in einem Konvent unter. Dort muss sie für einige Zeit als Nonne ausgeben, was ihr am Anfang ganz und gar nicht gefällt, da sie weder gläubig ist, noch sich an den geringen Standard in solch einer Einrichtung anpassen kann. Das Essen schmeckt nicht, die Arbeit ist zu anstrengend, die Schlafenszeiten unmenschlich und überhaupt... Aber dann wird sie dem Chor zugeteilt und als die anderen Schwester in dem Konvent erfahren, dass sie etwas mit Musik zu tun hat, bzw. etwas von Musik versteht, wird sie kurzerhand zur Chorleiterin ernannt. Das ist gar nicht mal so ungünstig, da der Chor kurz gesagt schlecht ist. Also bringt Doloris, die als Nonne Schwester Mary Clarins heißt, neuen Wind in den Chor. Sie schult sie nicht nur im Singen, sondern peppt die Lieder auch ziemlich auf, mit schnellerem Tempo und Choreographie, was der Oberschwester ganz und gar nicht gefällt. Sie ist auch kurz davor, sie aus dem Konvent zu schmeißen, bis sie bemerkt, dass die Kirche seit dem neuen Chor wieder voller wird. Vorher war die Kirche nämlich kurz vor dem schließen und hatte kein Geld. Die Nonnen beginnen auch, die Kirche etwas auf Vordermann zu bringen und helfen den Bedürftigen mit Essen für Obdachlose und Spielmöglichkeiten für Kinder. Der Chor wird berühmt und sogar der Papst kündigt sich an. Das Problem ist nur, dass der Mafia-Boss, der von der Polizei gesucht wird (er hat den Mord begangen, den Doloris gesehen hat) durch das Fernsehen und seinen Spitzel bei der Polizei erfahren hat, wo sich Doloris aufhält. Er schickt dann seine Männer los um sie zu töten. Der Polizist, der sich um sie gekümmert hat, versucht sie aus dem Konvent zu holen, aber Doloris haut ab und wird von den Mafia-Anhängern gefasst. Die mother superior (Obernonne) weiht die anderen Schwestern in Mary Clarins' wahre Identität ein und sie beschließen gemeinsam ihr zu helfen und sie zu retten. Es folgt eine Verfolgungsjagd in einem Casino und am Ende wird alles gut und die Polizei fasst die lang gesuchten Kriminellen. Am Ende singt der Chor unter der Leitung von Doloris von Cartier vor dem Papst und ihre Geschichte wird berühmt. Es gibt von dem Film auch eine tolle Fortsetzung (Sister Act 2), wo Doloris und ein paar andere Schwester in einer Schule unterrichten und sie auch wieder einen Chor aufbaut, der dann einen Preis gewinnt und somit die Schule vor der Schließung retten. Beides sehenswerte Filme mit toller Musik! 
Nun zum Musical: Prinzipiell wird die Geschichte vom ersten Film auf die Bühne gebracht. Doloris singt ein bisschen im Club, sieht den Mord und flüchtet zur Polizei, welche sie dann im Konvent unter bringt. Bis dahin war es etwas ernüchternd. Die Geschichte wurde zu schnell erzählt und die Szenen gingen nicht schön in einander über. Auch die Lieder haben und nicht 100%-ig gefallen. Wenn sie dann ins Konvent kommt und auf die Obernonne trifft wird es etwas interessanter. Der Gegensatz von den beiden Welten wird sehr gut dargestellt. Die Nonne in schwarz und weiß und Doloris im Glitzeroutfit mit kurzem Rock und hohen Stiefeln. Der Moment des Kennenlernend zwischen den beiden ist von langen, unangenehmen Pausen geprägt. Die andere Nonnen sehen denen im Film sehr ähnlich und auch die verschiedenen Charaktere aus dem Film werden gut gespielt und verkörpert. Die schrille, dickere Nonne, die sehr aufgedreht und fröhlich ist; die etwas älteren und harschen Nonnen, denen es nicht streng genug sein kann; und die junge Nonne, die sehr schüchtern ist, aber später durch das Singen selbstbewusster wird. 
Die Lieder bis dahin haben uns nicht so richtig überzeugt, aber die Szene, wo Schwester Mary Clarins den Chor auf Vordermann bringt hat mir fast Tränen bereitet. Es war ein tolles Lied und allein die Tonleitern zum Einsingen klangen toll und bewegend. Die Veränderung des Chores, die im film zwar deutlich, aber eher durch eine tolle gesangliche Leistung und ein flotteres Tempo verdeutlicht wird, wird im Musical mit viel Glitter und Glamour dargestellt. Die Kutten der Nonnen werden bei ihre wöchentlichen Auftritten immer bunter auch der Pfarrer macht einen auf Showmaster. Was am Anfang echt lustig war, aber im Kontrast zum Film irgendwie ein bisschen übertrieben war. Im Musical wurde auch noch eine Liebesgeschichte zwischen dem Polizisten und Doliris hinzugefügt. Die beiden kannten sich aus der Highschool und er war total in sie verknallt, dass er immer nervös wurde, wenn sie in der Nähe war. Er singt dann auch noch eine Nummer über seine Gefühle und sein etwas mickriges Selbstbewusstsein. Die Nummer war ganz cool gemacht und gut gesungen. 
Dann im zweiten Akt wurde dann maßlos übertrieben mit Kostümen, die mehr geglitzert haben als bei 42nd Street oder ähnlichen Shows. Sogar die Jesus-Figur hat am Ende ausgesehen wie als wäre sie in einen Glitzereimer gefallen! Das war uns dann doch etwas zu krass und zu weit entfernt von dem Original. Dann haben sich natürlich Doloris und der Polizist gefunden und die Verfolgungsjagd wurde erfolgreich von der Polizei beendet. Am Ende sang der Chor dann für den Papst, der kurzer Hand vom Dirigenten dargestellt wurde. Die Lieder haben uns auch im zweiten Akt nicht so zugesagt. Sie klangen nicht so rund (auf eine runde Sache bezogen, sprichwörtlich). Was man auch ein bisschen auf das gesamte Stück beziehen kann. Die Handlung wurde sehr schnell erzählt und die Szenen quasi nur an einander gereiht. Und uns hat auch gestört, wie frei die Macher mit der Handlung gearbeitet haben. Eine neue Liebesgeschichte, dann wurde die Veränderung der jungen Nonne sehr übertrieben dargestellt. Im Film hat sie gesagt, dass sie schon immer Nonne sein wollte, aber ihr noch etwas fehlt, was nur sie hat und nur sie gebe kann (oder so). Im Musical zweifelt sie an ihrem Weg als Nonne und will vielleicht sogar raus aus dem Konvent. Sie bekommt dann Doliris' lila overknee Stiefel geschenkt und trägt sie voller Stolz auf dem Konzert vor dem Papst. Das war uns dann wirklich etwas zu übertrieben. Dann wurde auch die Verfolgungsjagd stark verkürzt und etwas abgeändert. 
Alles in allem war es ein schöner Abend mit einer soliden Vorstellung mit ganz schöner Musik. Es war schön, wieder im Theater gewesen zu sein, auch wenn ich schon deutlich bessere Vorstellungen gesehen habe. Aber vielleicht springt ja bei dem ein oder anderen New York Besuch noch eine Karte am Broadway raus ;) Und sonst spielt 'the Lion King' im Juni, wo ich auf jeden Fall auch wieder im Theater sitzen werde :)
Mit einem verspäteten Gruß zum 11.11. nach Köln wünsche ich einen schönen Abend und eine guten Nacht!! Alaaf!! :D

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen